Freitag, 16. März 2018

Was es für gute Selbstorganisation braucht - und woran ich gerade scheitere

Vor rund zwei Wochen war ich als Expertin eingeladen zu einem Kreativfrühstück der Wirtschaftskammer. Ich durfte mit der wunderbaren Moderatorin und Organisatorin Alexandra Fiedler-Lehmann über Selbstorganisation sprechen. Schon in der Vorbereitung fiel mir auf, wieviel ich dazu weiß. Ich habe unzählige Bücher gewälzt im Laufe der Jahre, Workshops besucht und dann selbst dazu gehalten und in vielen Coachings und arbeitspsychologischen MitarbeiterInnenberatungen mein Wissen und meine Erfahrung geteilt. Aber Wissen ist nicht alles - ins Tun kommen allerdings nicht immer so einfach.

©Pepo Schuster, austrofocus.at
Das Kreativfrühstück war sehr anregend, es wurde fleißig und sehr wertschätzend mitdiskutiert vom Publikum und ich bin voller Tatendrang nach Hause gefahren. Jetzt noch einen guten Text darüber schreiben und den dann den TeilnehmerInnen als Gedächtnisstütze und Unterlage zur Verfügung stellen, und außerdem gleich einen Blogpost und einen Newsletter draus machen. Und wären nicht auch ein Freebie und ein E-Book dazu super? Selbstorganisation ist schließlich ein Thema, zu dem die meisten von uns noch etwas lernen können.

Doch dann war ich zuhause mit Mann und Kindern, da waren Haushalt und Spielen und ein paar kleine administrative Tätigkeiten für meine Erwerbsarbeit zu tun. Am nächsten Tag dann das lange geplante und mehrmals verschobene Treffen mit meinem Erfolgsteam – sehr stärkend, wie immer, und auch meine beiden Kolleginnen fanden die Ideen gut mit Freebie und E-Book und überhaupt.

Dann war aber auch schon Wochenende und am Montag – mein üblicher „Bürotag“ - machte ich erst mal ein Cluster, um die Themen abzustecken für Blog/ Newsletter/ Freebie/ E-Book. Ein weiteres Cluster, um frisch zu schauen, ob neue Ideen auftauchen. Danach weitere Termine, sowie die Vorbereitung für den nächsten Termin, die nächste Veranstaltung, das nächste Thema (diesmal „Karrierestrategien für Frauen“, eine Podiumsdiskussion zum Weltfrauentag am 8. März).
© Martina Draper
In der Zwischenzeit musste ich schon jedes Mal lachen, wenn ich „Selbstorganisation“ sagte, hörte oder dachte.
Beim One Day Retreat im Writers‘ Studio am Montag dieser Woche hatte ich dann den Luxus, von 9h bis 17h schreiben zu können (inklusive Pausen natürlich). Ich habe Texte produziert, neue Ideen bekommen und war zuversichtlich – und doch ist es nun schon wieder Freitag geworden, bis ich diesen Text hier schreibe.

Was ist schief gegangen?
  1. Statt die Aufgabe Schritt für Schritt anzugehen, habe ich ein großes Projekt draus gemacht – das mir dann zu groß und damit fast unmachbar wurde.
  2. Ich habe mir keinen Zeit-Raum geschaffen für diese Kreativarbeit, bzw. erst recht spät.
  3. Vom Platz rede ich erst gar nicht – mein Schreibtisch ist sehr vollgeräumt und damit wenig einladend. Da meine Arbeitszeit kostbar ist, will ich sie aber nicht mit Aufräumen „verschwenden“.
  4. Aus der geplanten kleinen Zusammenfassung ist nun ein großes Projekt geworden, das ich erst mal ausbrüten muss.
  5. Ich habe weder mich noch das Schreibprojekt organisiert, sondern wollte es „eh nur schnell erledigen“.
Was ist mir nun aber gelungen?
  1. Ich habe in dieser Zeit gut auf mich selbst geachtet. War beim Shiatsu und habe diverse Vorsorgeuntersuchungen gemacht. Mir gut gekocht, viel mit der Familie gemacht, Freundinnen getroffen.
  2. Ich habe Morgenseiten geschrieben und viele Freewritings, also Rohtexte zur weiteren Verarbeitung.
  3. Ich konnte mich auf mehrere neue Themen und Projekte einlassen.

    © Daniela Reiter diereiter.at
Und wie geht es weiter?
  1. Blog und Newsletter gehen mit ein bissl Selbstreflexion raus – wir sind alle Lernende, wie ich immer wieder gerne betone. Mein Privileg ist es, mich mit Themen wie Selbstorganisation eingehend zu befassen und dadurch das Lernen zu vertiefen. Vom Anspruch der „Wahrhaftigkeit“ habe ich mich dank meiner Supervisorin schon lange verabschiedet – ich kann anderen Menschen im Coaching und Training auch bei Themen helfen, mit denen ich selbst noch nicht fertig bin (oder die nicht zu meinem eigenen Erfahrungsschatz gehören).
  2. Ich werde meine Rohtexte nehmen und sie weiter bearbeiten – bis sie zu den Diamanten geworden sind, die ich gerne teile mit anderen. I‘ll keep you posted!
  3. Bis dahin freue ich mich auf viele neue Coachees, zum Beispiel vom Coaching-Programm der Akademie der Bildenden Künste, mit dem ich wieder betraut wurde. Für Auseinandersetzung mit Selbstreflexion, Stärkung und frische Ideen freue ich mich auf die nächsten Erfolgskränzchen: Am Mi. 28. März in Wien und am Sa. 7. April in Linz. Anmeldungen nehme ich gerne entgegen.
Wie geht es dir mit deiner Selbstorganisation? Ich freue mich über Kommentare und Emails.
Mit herzlichen Grüßen,
Daniela

P.S.: Es gibt noch zwei freie Plätze für die Coaching-Woche in Finnland. Informiere dich jetzt und sichere dir deinen Platz! http://www.diereiter.at/finnland/
© Daniela Reiter diereiter.at
P.P.S.: Am Tag des Kreativfrühstücks mit meiner Expertise zu Selbstorganisation stand in dem schlauen Sprüchekalender auf meinem Schreibtisch Treffendes: „Keine Arbeit ist es wert, dass man ihr die Lebensfreude opfert.“ (Ernie J. Zelinski) – oder wie ich gerne sage, auch als Priorisierungshilfe: „Immer der Lust entlang!“ Möge das dein Leitspruch sein!

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