Montag, 12. Oktober 2015

Mehr Zeit für mich




Als Arbeitspsychologin werde ich oft gefragt: „Was kann ich tun, um mehr Zeit für mich zu haben?“ Ganz plump möchte ich darauf antworten: „Nimm sie dir einfach!“ Dabei weiß ich selbst, dass das eben nicht so einfach ist. Viele von uns haben streng durchgetaktete Tage, manche sogar sieben pro Woche, für andere sind vor allem die Werktage dicht. Erwerbsarbeit, Schule, Kurse geben den Rahmen vor, dazwischen werden werden Erledigungen, Hausarbeit und sonstige „To Do’s“ hineingezwickt.

IDEALERWEISE ist das alles „Zeit für mich“! Weil ich meine Arbeit liebe, Freude an den Kursen habe (und auch denen meiner Kinder), weil ich auch die notwendigen Erledigungen genießen kann.
ÜBLICHERWEISE ist das aber nur „eigentlich“ so: Eigentlich macht mir das ja Spaß, aber… Eigentlich mag ich meine Arbeit ja, aber… Eigentlich koche ich ja gerne, aber…

Aber wo bleiben sie, die Freude und der Genuss? Oft bleiben sie da auf der Strecke, wo für die einzelnen Bereiche nicht mehr genug Zeit bleibt. Wo ich nicht mehr mit meiner vollen Aufmerksamkeit dabei bin, weil schon das Nächste bedacht werden muss, die nächste Aufgabe, der nächste Schritt, der nächste Punkt auf meiner To-Do-Liste.

Was mir dabei hilft: Ich stelle mir einen Wecker. Denn das Begrenzen der Zeit ist nicht so sehr Einschränkung als vielmehr die Erlaubnis, mich in dieser Zeit ausschließlich der einen Aufgabe zu widmen, die ich mir jetzt vorgenommen habe.

Für das Schreiben nutze ich den Wecker am meisten. Es ist aber auch der gleiche Effekt, wenn ich in der begrenzten Zeit, die noch übrig ist bevor ich zum Kindergarten oder zum Zug gehe (okay, oft eher „eile“), noch einige Punkte rasch abhake. Für die hätte ich sowieso nicht mehr Zeit benötigt, aber zum Beginn des Bürotages hätte ich viel zu viel Zeit verplempert. Wenn es keine Zeit zum Vertrödeln gibt, nutze ich die vorhandene effizient.

Zurück zur Ausgangsfrage: Mehr Zeit für mich. Der erste Schritt ist es, mich selbst wichtig zu nehmen und entsprechende Zeit für mich fix einzuplanen. Womit ich sie fülle, hängt ganz von meinen Interessen ab.   

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